Neues Kunstprojekt: "Zwischen Raum".

Im Herbst 2017 kristallisierte sich ein neues künstlerisches Thema für mich heraus, inspiriert durch zwei Haikus von Rita Rosen, die sie mir freundlicherweise zur Verfügung stellte. Bei der Arbeit damit ist der vorläufige Arbeitstitel "Zwischen Raum" gewachsen. In meinem neuen Thema steht das "Zwischen-Reich" im Mittelpunkt, das Diffuse, Nicht-Greifbare, Geheimnisvolle. Spirituelle Gedanken wie z.B. das "Zwischen Leben und Tod, die Stille zwischen Ein- und Ausatmen oder das Unausgesprochene zwischen den Zeilen" werden in meine Bildsprache einfließen.
Wie schon in meinem Projekt "BildStörung", werde ich zum Teil auch wieder eigene Fotos mit meiner Malerei verbinden, z.B.eine Ende 2016 entstandene Serie zum Thema "Natur/Raureif" und eine vor kurzem entstandene Serie vom Industriehafen Mannheim. 
In Kürze mehr dazu!

 

Kunstprojekt 2016/17: "Wege".

Im Januar 2016 habe ich ein neues Atelier bezogen. Nun habe ich hervorragende Arbeitsbedingungen! Der neue Raum inspiriert und beflügelt mich, Neues entsteht. Das Gedicht "Weg" von Mario Wirz begleitet mich dabei. Es thematisiert Aufbruch und Wagnis in der künstlerischen Arbeit. Spontan habe ich meine neue Werkserie "Wege" betitelt. In den Arbeiten steht die Reflexion über meinen künstlerischen Weg sowie meinen Lebensweg im Mittelpunkt. Es geht hier um die mich stets begleitende Dualität zwischen Hell und Dunkel, Licht und Schatten in all ihren Facetten. 

Petra Ehrnsperger

 

 

Kunstprojekt 2014/15: "BildStörung".

Einführung zur Ausstellung in Hattenheim November 2014
Von Christine Rother

Petra Ehrnspergers künstlerischer Weg führte über die Beschäftigung mit Schrift zur gestischen Abstraktion. Lyrische Texte fließen in die Bildgestaltung ein.
Im Laufe der Jahre hat sie ihre eigene typische Handschrift entwickelt, in der sie immer wieder Schrift-Fragmente, ausdrucksstarke Gestik, Linien und Farbflächen verbindet. Ihre Bilder bestehen meist aus Collagen, die sie vielschichtig überarbeitet und in die sie oft auch verfremdete Bildmotive einbindet.

Seit 2012 arbeitet sie überwiegend an Kunstprojekten zu einem bestimmten Thema. Diese umfassen jeweils mehrere Bildserien und beschäftigen sie über einen längeren Zeitraum. Hier steht das Einzelwerk in einem größeren Zusammenhang.

In dieser Ausstellung zeigt Petra Ehrnsperger Arbeiten aus ihrem 2014 begonnenen Projekt „BildStörung“, das noch nicht beendet ist. In diesem Projekt verbindet sie Fotografie und Malerei. Es entstehen mehrere Bildserien, sogenannte. „Gruppen“. Grundlage jeder Gruppe ist jeweils ein Fotomotiv und eine Gedichtzeile. Bildmotive, die die Künstlerin verwendet – zum Teil selbst fotografiert, zum Teil aus den verschiedensten Medien – werden am PC oder direkt im Bild als Collage verfremdet, zerstört, unkenntlich gemacht. Der Titel Bild-Störung drückt dies aus.

Gedankliche Grundlage für dieses Thema ist die immense Bilderflut, der wir täglich in allen Medien ausgesetzt sind. Dabei ist uns oft nicht bewußt, das alle diese Bilder nachträglich bearbeitet werden. Die Realität wird verbessert, geschönt, alles Unperfekte getilgt. Wir haben uns bereits an das absolut Perfekte gewöhnt.
Mit diesem Kunstprojekt geht Petra Ehrnsperger den umgekehrten Weg: Bildmotive werden bewusst zerstört, zerrieben, zerkratzt, unkenntlich gemacht, es reizt sie gerade das Unperfekte wie gerissene Ränder und Kanten, Unschärfe, unrealistische Farben. Bei den eigenen Fotos geht es ihr deshalb auch nicht um perfekte „Fotokunst“, sondern um poetische Momentaufnahmen.
Auf dem Layenhof in Mainz, wo sie ihr Atelier hat, fand sie die für dieses Projekt passenden Motive: morbide verfallende Gebäude, die in ihrer stillen Poesie wie aus der Zeit gefallen scheinen. Diese bilden den Kontrast zu Bildmotiven aus Zeitschriften, beides wird bei der Bildbearbeitung gleichermaßen verwendet, miteinander verwoben und verarbeitet und in Petra Ehrnspergers künstlerische Sprache „übersetzt“.

Farben der ursprünglichen Bildmotive werden dabei z.B. komplett verändert, grell bunt übersteigert oder bis auf schwarz-weiße Strukturen reduziert. Petra Ehrnsperger integriert dann die Prints ins Bild und unterwirft sie im gestalterischen Prozess einer weiteren Zer-Störung, so dass am Ende das ursprüngliche Motiv kaum noch erkennbar ist. Texte und Farbflächen zerfließen, Bildfragmente reduzieren sich zu malerischen Strukturen.

Eine zweite Herangehensweise ist, daß das bearbeitete Fotomotiv als eigenständiges Werk bestehen bleibt, während Petra Ehrnsperger sich im Schaffensprozess auf dieses bezieht und von dessen Aussagekraft, Farben und Strukturen zu weiteren Arbeiten anregen lässt. Plexiglas als bevorzugter Bildträger ermöglicht durch seine Transparenz ein Durchscheinen rückseitig aufgebrachter Motive, so dass auch dadurch ein Zurücknehmen und Verschwinden von Bildmotiven erreicht wird.

Der Betrachter kann auf Spurensuche gehen und das den Bildern innewohnende Geheimnis ergründen.

 

Kunstprojekt 2013: "Aufbruch ohne Gewicht"

Anläßlich meines doppelten Jubiläums 2013 (50. Geburtstag und 20 Jahre künstlerische Arbeit) habe ich ein Projekt mit 20 zum Teil mehrteiligen neuen Arbeiten realisiert. Damit ziehe ich eine Art Zwischenbilanz meines bisherigen Kunstschaffens. Ich stelle jeweils eine frühere Arbeit der letzten 20 Jahre einer aktuellen Neu-Interpretation gegenüber und mache damit meine künstlerische Entwicklung und heutige Positionierung als Malerin sichtbar.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der das gesamte Projekt dokumentiert.

Ein Teil der Arbeiten des Projekts ist unter "Arbeiten - 2013" zu sehen.
Petra Ehrnsperger